Hörtheatrale

Krieg

von Ludwig Renn, in Erinnerung an die Katastrophe des 1. Weltkriegs

20

März

„Weshalb muss man sich hassen, wenn man gegeneinander Krieg führt?“

Ein einfacher Soldat (der Gefreite Renn) aus Sachsen schildert auf eindrückliche Weise seine Erlebnisse an der Westfront und den Widerstand, den die deutschen Soldaten durch die belgische Bevölkerung erlebten. „Weshalb muss man sich hassen, wenn man gegeneinander Krieg führt?“, fragt er noch in einer Mischung aus Naivität und Hochmut, als die Truppe durch das neutrale Belgien marschiert und von den Einheimischen mit hasserfüllten Gesichtern erwartet wird.

Die Handlung

Soldat Ludwig Renn tritt als Mann ohne Vergangenheit auf. Die Handlung konzentriert sich auf seine vier Jahre als Frontsoldat. Alles spielt sich im Kreise seiner Kompanie ab. Renn, der in seiner Truppe bald als „unverwundbar“ gilt, obgleich er schwer verwundet wird, macht Karriere bis zum Vize-Feldwebel. Vorrücken, scheitern, zurückziehen, vorrücken, unter schwerem Beschuss ausharren, Renn lässt den Leser / Zuhörer teilnehmen an Gefechten und Schlachten. Detailliert schildert er den Einmarsch in das neutrale Belgien, welcher geprägt ist durch die Unerfahrenheit der deutschen Soldaten, von Massakern an der belgischen Zivilbevölkerung und von seiner Angst und den Zweifeln, die er als ausgebildeter Soldat nicht haben dürfte.
Der Roman erschien etwa zur gleichen Zeit wie “Im Westen nichts Neues“ 1928 und wurde in 10 Sprachen übersetzt.

Soundtrack

Musik zum Stück

Krieg - Eine düstere und bedrückende Atmosphäre. Sprachlich, akustisch und bildlich äußerst kunstvoll in Szene gesetzt.

Valeria Levin / Oberhessische Presse, 18.03.2018