Workshopleiter
Live-Hörspiel
Was geschieht, wenn eine Gesellschaft beginnt, sich zu verändern? Wenn Ausgrenzung und Gewalt zunehmend zum Alltag gehören? Wer macht mit, wer schaut weg – und wer erhebt seine Stimme?
Das Live-Hörspiel erzählt von Menschen in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus und stellt unterschiedliche Perspektiven nebeneinander. Auf der einen Seite stehen Figuren, die das neue System begrüßen, sich ihm anschließen oder das Geschehen durch Schweigen und Wegsehen mittragen. Auf der anderen Seite erleben Hermann Rosenbaum, seine Frau Klara und sein Kamerad Friedrich, wie sich ihre vertraute Umgebung verändert: Fahnen und Paraden bestimmen zunehmend das Straßenbild, antisemitische Gewalt hält Einzug in den Alltag und die Gewissheit, dass Vernunft und Demokratie Bestand haben werden, beginnt zu schwinden.
Stimmen, Geräusche und Sound werden dabei zum eigentlichen Bühnenbild. Märsche, Schritte, Jubel, klirrendes Glas und die unmittelbare Sprache der Figuren lassen die historischen Situationen akustisch entstehen. Das Publikum erlebt nicht nur die Geschichte, sondern zugleich, wie ein Hörspiel vor seinen Ohren produziert wird.
Die Produktion wurde als Live-Hörspiel konzipiert und während der Aufführung aufgezeichnet. Sie entstand im Juni 2025 unter der Leitung von Daniel Sempf in Kooperation mit der Hörtheatrale Marburg.
Im Zentrum steht eine Frage, die über den historischen Stoff hinausweist: Wie verhalten sich Menschen, wenn sich das gesellschaftliche Klima verändert – und wann wird aus Zuschauen Mitverantwortung?
