Presse: Holmes & Die Liga der Rothaarigen – Hörtheatrale zu Gast in Wabern
Wabern, 7. November 2025
Spannung für alle Sinne
Hörtheatrale Marburg begeistert mit Sherlock Holmes im Kulturbahnhof Wabern
Wenn Lesung auf Theater- und Filmkunst trifft, dann ist die Hörtheatrale Marburg am Werk. Die Fans des brillanten Detektivs Sherlock Holmes und seines treuen Begleiters Doktor Watson erlebten am Freitagabend im Kulturbahnhof Wabern ein außergewöhnliches Hör-Live-Event. Mit „Sherlock Holmes und die Liga der Rothaarigen“ wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer selbst Teil eines spannenden Kriminalfalls.
„Wir sind immer auf der Suche nach neuen Kulturformen“, sagte Alexandra Vogt-Schulz, Organisationsleiterin der Kulturwoche der Gemeinde Wabern. Das Angebot habe sich seit 2014 fest im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert. „Zum ersten Mal ist nun ein Hörspiel dabei.“ Ziel sei es, ein Programm mit vielen Facetten zu bieten und damit auch neues Publikum anzusprechen, machte Vogt-Schulz in ihrer Begrüßung neugierig auf den Kulturabend.
Zu Gast auf der Bühne waren Stefan Gille in der Rolle des Sherlock Holmes und Daniel Sempf als Doktor Watson. Die beiden Künstler zelebrieren ihre Auftritte regelmäßig im Gewölbekeller in Marburg. Zunächst galt es jedoch, einen ganz realen „Kriminalfall“ zu lösen: Die Technik am Computer streikte. Das Problem löste sich im Verlauf des Abends von selbst, während sich die Kriminalisten im Saal bereits ganz auf den eigentlichen Fall konzentrierten.
Die beiden Protagonisten entführten das Publikum in die Londoner Baker Street zu Beginn des 19. Jahrhunderts – in die Welt der berühmten Detektivgeschichten des britischen Autors Sir Arthur Conan Doyle. Ein rätselhaftes Jobangebot, eine geheimnisvolle Organisation und deren dunkle Pläne standen im Mittelpunkt der Handlung. Was steckte dahinter? Sherlock Holmes entwirrte das Netz des Verbrechens in typischer Manier: mit messerscharfer Analyse, geschliffener Sprache und ausdrucksstarker Mimik.
Das Publikum folgte gespannt dem Geschehen, lauschte den pointierten Dialogen, die von eigens eingespielter Musik und eindrucksvollen Geräuschkulissen begleitet wurden. Detonationen, Kutschenfahrten und das Knistern eines Kaminfeuers ließen die Atmosphäre lebendig werden.
Ergänzt wurde das akustische Erlebnis durch visuelle Elemente auf der Leinwand. In einem interaktiven Schwarzweißfilm spielte sich die Handlung parallel ab, ließ die Figuren sprechen, sich bewegen und nahezu lebendig erscheinen. Dieses mehrschichtige Zusammenspiel von Bild und Ton zog das Publikum tief in die Geschichte hinein.
So entstanden die Londoner Straßen eines vergangenen Jahrhunderts mit den Mitteln der Moderne. Historische Schauplätze, die markante karierte Zwiebelmütze und die Pfeife des brillanten Analytikers Holmes sowie der Melonenhut des nicht minder intelligenten, tagebuchschreibenden Watson prägten das Bild. Gemeinsam lösten sie das Rätsel um die Machenschaften eines Verbrechersyndikats und einen spektakulären Bankraub.
Ein vollendeter Kunstgenuss, der vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnt wurde.
Silvia Kleps, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 9.11.2025