Caligula

„Ich will nur den Mond“ Caligula-  eine Tragödie der Erkenntnis:

Traumatisiert  durch den Tod seiner Schwester und Geliebten Drusilla, fällt der römische Kaiser Caligula in einen rauschhaften Zustand und erwacht daraus mit einer Erkenntnis:

 „Das Unmögliche  möglich machen, der einzige Grund zum Leben.“ Besessen von diesem Gedanken verfällt er dem  Irrtum,  nur auf Kosten anderer frei sein zu können und beginnt rücksichtslos seine Idee in die Tat umzusetzen. Dabei agiert er nicht als brutaler Despot, sondern wie ein raffinierter, intellektueller Verbrecher, der seine Untertanen immer weiter treibt, wie in einem Experiment, um zu prüfen, was sie bereit sind zu erdulden. Schließlich regt sich Widerstand…

Diese Tragödie gleicht einem Thriller. Man weiß, man ist in Gefahr, aber nicht was als nächstes passiert und ob es ein Entrinnen gibt. Ein beständiges Spiel zwischen Anspannung und Hoffnung.

Albert Camus (geb. 7. November 1913 in Algerien) Existentialist, der das Absurde in das Zentrum seiner Philosophie stellte,   begann 1938 mit der Arbeit an „Caligula“ und beendete eine erste Fassung des Stücks im darauf folgenden Jahr.  Ursprünglich wollte er es in seinem kleinen Theater in Algier aufführen lassen und selbst die Titelrolle übernehmen. Der Krieg führte jedoch dazu, dass „Caligula“ erst im Mai 1944 bei Gallimard verlegt und schließlich 1945 im Théâtre Hébertot in Paris uraufgeführt wurde.  Am 4. Januar 1960 starb er bei einem Autounfall.

Regie, Sounddesign & Lichtdesign: Daniel Sempf / Musik: Stefan Kissel

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Marburg. „Haben Sie Caligula gesehen?“ Aus der „Black Box“ im Hessischen Landestheater kommt dem ublikum eine Frau entgegen. „Haben Sie mein Stiefelchen gesehen?“, fragt sie. Das „Stiefelchen“ hieß mit richtigem Namen Gaius Iulius Caesar und der scheinbar liebe volle Kosename, den er nach seinem Tod erhielt, täuscht.

Vier Jahre regierte er von 37 bis 41 nach Christus in einer Schreckensherrschaft. Nur den Mond will er, „Kollateralschäden inbegriffen“, wie die Hörtheatrale es formuliert. Auch wenn der Despot im Stück eine Möhre knabbert – das Publikum bekommt allesandere als leichte Kost vorgesetzt.

Düster und beklemmend ist die Atmosphäre undwieder einmal schafft es die Hörtheatrale, ein Stück fast ausschließlich über Sound und Stimme zu transportieren.

Ansonsten: nur ein wenig Licht und Nebel und spärlich eingesetzte Requisiten. Wenn Caligula bunte Partyhütchen auspackt, dann passt das als ironische Brechung wunderbar. Apropos Brechen: Um eine Folter grausam hörbar zu machen, geht es auf der Bühne einer Stange Lauch an den Kragen. 

Die meisten Effekte kommen aus dem Computer, aber an einigen Stellen betätigen sich die drei Schauspieler live als Geräuschemacher und pusten dem Publikum zum Beispiel Wasserbläschen übers Mikrofon in die Gehörgänge.

Freiheit auf Kosten anderer.

Für Sound und Regie zeichnet einmal mehr Daniel Sempf verantwortlich, an seiner Seite auf der Bühne sind Viktoria Schmidt und Ogün Derendeli zu sehen beziehungsweise zu hören – beide ein klarer Gewinn für die Hörtheatrale, vor allem Derendeli, der Caligula eindrucksvoll akustische Züge verleiht.

Dass leben das Gegenteil von lieben ist und vor der Angst alles klein wird, wie Caligula philosophiert, das bekommen die Untertanen zu spüren. „Man ist nur auf Kosten der anderen frei.“ Was ist Freiheit, was Verantwortung und was geschieht mit einem Menschen, wenn er mächtig wird? Die Fragen, die das Stück von Albert Camus aufwirft, verpackt die Hörtheatrale als Hörspiel-Thriller.

Der Stoff ist auf 75 Minutenverdichtet und auch atmosphärisch dicht. „Grandios umgesetzt“, befand eine Premierenbesucherin am Samstagabend.

von Nadja Schwarzwäller

null
Gewölbekeller im Herzen der Marburger Oberstadt
Im Oktober 2011 wurde er eingeweiht und erhielt seinen Namen zu ehren des russischen Naturwissenschaftlers, Dichters, Refomer der russischen Sprache und Gründer der Moskauer Univerität Michail Wassiljewitsch Lomonossow. Er studierte von 1736 bis 1739 in Marburg.

Markt 7, Aulgasse (Gegenüber der Ratsschänke), 35037 Marburg

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Marburg. „Haben Sie Caligula gesehen?“ Aus der „Black Box“ im Hessischen Landestheater kommt dem ublikum eine Frau entgegen. „Haben Sie mein Stiefelchen gesehen?“, fragt sie. Das „Stiefelchen“ hieß mit richtigem Namen Gaius Iulius Caesar und der scheinbar liebe volle Kosename, den er nach seinem Tod erhielt, täuscht.

Vier Jahre regierte er von 37 bis 41 nach Christus in einer Schreckensherrschaft. Nur den Mond will er, „Kollateralschäden inbegriffen“, wie die Hörtheatrale es formuliert. Auch wenn der Despot im Stück eine Möhre knabbert – das Publikum bekommt allesandere als leichte Kost vorgesetzt.

Düster und beklemmend ist die Atmosphäre undwieder einmal schafft es die Hörtheatrale, ein Stück fast ausschließlich über Sound und Stimme zu transportieren.

Ansonsten: nur ein wenig Licht und Nebel und spärlich eingesetzte Requisiten. Wenn Caligula bunte Partyhütchen auspackt, dann passt das als ironische Brechung wunderbar. Apropos Brechen: Um eine Folter grausam hörbar zu machen, geht es auf der Bühne einer Stange Lauch an den Kragen. 

Die meisten Effekte kommen aus dem Computer, aber an einigen Stellen betätigen sich die drei Schauspieler live als Geräuschemacher und pusten dem Publikum zum Beispiel Wasserbläschen übers Mikrofon in die Gehörgänge.

Freiheit auf Kosten anderer.

Für Sound und Regie zeichnet einmal mehr Daniel Sempf verantwortlich, an seiner Seite auf der Bühne sind Viktoria Schmidt und Ogün Derendeli zu sehen beziehungsweise zu hören – beide ein klarer Gewinn für die Hörtheatrale, vor allem Derendeli, der Caligula eindrucksvoll akustische Züge verleiht.

Dass leben das Gegenteil von lieben ist und vor der Angst alles klein wird, wie Caligula philosophiert, das bekommen die Untertanen zu spüren. „Man ist nur auf Kosten der anderen frei.“ Was ist Freiheit, was Verantwortung und was geschieht mit einem Menschen, wenn er mächtig wird? Die Fragen, die das Stück von Albert Camus aufwirft, verpackt die Hörtheatrale als Hörspiel-Thriller.

Der Stoff ist auf 75 Minutenverdichtet und auch atmosphärisch dicht. „Grandios umgesetzt“, befand eine Premierenbesucherin am Samstagabend.

von Nadja Schwarzwäller

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Gewölbekeller im Herzen der Marburger Oberstadt
Im Oktober 2011 wurde er eingeweiht und erhielt seinen Namen zu ehren des russischen Naturwissenschaftlers, Dichters, Refomer der russischen Sprache und Gründer der Moskauer Univerität Michail Wassiljewitsch Lomonossow. Er studierte von 1736 bis 1739 in Marburg.

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